Fahrgemeinschaften sind voll im Trend

60% der Berufspendler nutzen das Auto, rund 4 Millionen Arbeitnehmer legen pro Tag mindestens 25 km zurück, jeder Dritte davon bewältigt täglich eine Fahrstrecke von über 100 km. Nicht zuletzt angesichts steigender Benzinpreise belastet dies das Konto erheblich, immer mehr Pendler schließen sich deshalb zu Fahrgemeinschaften zusammen – mit spürbaren Entlastungen: Je nach Entfernung sparen Mitfahrer biz zu 100 Euro im Monat oder sogar mehr.

Gemeinsam zum Ziel

Ob nun Kollegen gemeinsam zur Arbeit fahren, um sich die Kosten zu teilen, oder die Freunde der Kinder zum Sportplatz mitgenommen werden: Immer handelt es sich um eine Fahrgemeinschaft. Kommt es zum Unfall, sind die unterschiedlichsten Fallkonstellationen denkbar. Unfallverursacher ist der Fahrer. Oder der Unfallgegner. Auch einer der Insassen könnte etwas beschädigne. Oder aber es handelt sich um höhere Gewalt, wenn elementare Naturkräfte unvorsehbar zuschlagen. Welche Versicherung greift wann? Was ist gesetzlich abgesichert, wo muss mann selbst vorsorgen?

Zusatzversicherung – ja oder nein?

Angesichts der unterschiedlichen Fälle und Angebote den Überblick zu wahren, ist so schwierig wie notwendig. Grundsätzlich gilt: Fahrgemeinschaften auf dem Arbeitsweg sind über die gesetzliche Unfallversicherung und die Kfz-Haftpflicht abgesichert. Nahe liegend wird man hier zunächst an die Kfz-Haftpflichtversicherung denken. Doch auch die gesetzliche Unfallversicherung bietet auf dem Weg zur Arbeit Versicherungsschutz. Zum Arbeitsweg zählen auch Umwege, die vom Fahrer zum Abholen der Kollegen gefahren werden. Aber Vorsicht: Abstecher für private Erledigungen, etwa wenn man noch einmal schnell bei der Post vorbeifährt, sind damit nicht abgedeckt. Hier endet der gesetzliche Versicherungsschutz.

Vergleichen zahlt sich aus: Kfz-Haftpflicht

Schon ein Blick auf die “Standards” der gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen lohnt sich. Hier gibt es durchaus Unterschiede und Besonderheiten bei den Leistungen. Öffnet zum Beispiel einer der Mitfahrer unbedacht die Fahrzeugtür und versucht dadurch eine Beule an einem daneben stehenden Fahrzeug, würde im Regelfall seine private Haftpflichtversicherung belangt. Was aber, wenn er keine hat? In den meisten Fällen trägt die Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden, aber nicht in jedem Fall.

Ergänzung für Fahrgemeinschaften: Insassenunfallversicherung

Auch wenn ein Grundschutz durch die Kfz-Haftpflichtversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung besteht: Eine Insassenunfallversicherung ist besonders für Fahrgemeinschaften eine sinnvolle Ergänzung. Denn diese tritt grundsätzlich ein, wenn Fahrer oder Mitfahrer bei einem Unfall zu Schaden kommen. Sie greift also auch in Fällen, sie sonst nicht abgedeckt sind, auf allen beruflichen wie privaten! Wegen oder bei jenen Ausnahmen, in denen die Kfz-Haftpflicht nicht eintritt, etwa bei Unfällen durch höhere Gewalt. Und: Die Insassenunfallversicherung garantiert einen Invaliditäts- und Todesfallschutz unabhängig davon, wer den Unfall verursacht hat, und ohne dass zunächst die Schuldfrage geklärt werden muss.

Sicher in jedem (Un-)fall

Der Versicherungsschutz einer privaten Unfallversicherung, im Gegensatz zu dem der gesetzlichen, besteht nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern in allen Bereichen – 24 Stunden, überall auf der Welt, zu Hause und unterwegs. Mit der privaten Unfallversicherung kann man sich umfassend absichern gegen Invalidität und Todesfall. Ob Genesungsgeld, Krankenhaustagegeld oder die Erstattung von Kosten für notwendige kosmetische Operationen, all diese Leistungen gibt es zusätzlich – also auch dann, wenn zum Beispiel bereits ein Schmerzensgeld vom Unfallgegner gezahlt wird.

Besser ankommen

Natürlich verlangt eine Fahrgemeinschaft, dass man sich ein wenig auf andere einstellt. Die Erfahrung zeigt aber: Meistens ist das kein Problem. Hier ein paar Regeln, mit denen es noch etwas schneller klappt:

  • Am Anfang müssen sich Abläufe erst einmal einspielen, kommen Sie zunächst besser etwas früher zum Treffpunkt
  • Stimmen Sie sich ab, sorgen Sie für gute Erreichbarkeit auch während der Abeitszeit
  • Informieren Sie sich sofort bei unvorhergesehenen Problemen, z.B. Krankheit oder Panne
  • Machen Sie feste Wartezeiten aus, falls einmal etwas schiefgeht

Wer klickt, der findet: Fahrgemeinschaften im Internet

Wer eine Fahrgemeinschaft suchen oder anbieten möchte, kann das ganz einfach im Internet tun. Zahlreiche Websites felfen dabei und bieten Suchmöglichkeiten nach Strecken, Uhrzeiten etc. an, z.B. www.pendlernetz.de oder www.mitfahrzentrale.de.

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Gelesen: 1814 · heute: 2 · zuletzt: 28. April 2017

Autor: admin
Datum: Dienstag, 8. April 2008 13:23
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