Diesel sind die Verlierer der Umweltdebatte

Das stinkt Diesel-Besitzern gewaltig: Autos mit Euro-1-Norm und schlechter sind von künftgen Umweltzonen ausgesperrt. Außerdem: Für sie und selbst für Diesel mit Plakette, aber ohne Rußpartikelfilter wird voraussichtlich ab 1. April 2007 eine Strafsteuer von 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum fällig. Aus der Misere helfen Katalysatoren und Partikelfilter. Das sollten Sie über Technik und Förderung wissen.

Lohnt die Nachrüstung mit Filter?

Zunächst einmal: Autos mit Partikelflter sind von der Strafsteuer befreit. So sparen Besitzer von Zweiliter-Fahrzeugen in vier Jahren 96 Euro. Außerdem wird die Nachrüstung – auch rückwirkend für Einbauten seit Januar 2006 – einmalig mit 330 Euro gefördert. Nach wichtiger: Schließlich bekommen saubere Autos in der Regel die grüne und damit beste Feinstaub-Plakette, mit der sie in alle Umweltzonen rollen dürfen. Und wer seinen Diesel irgendwann verkauft, kann aufgrund der Wertsteigerung etliche hundert Euro gewinnen. Natürlich muss jeder erst mal mit Kosten rechnen.

Welche Diesel sind nachrüstbar?

Bislang gibt es die Filter vorwiegend für Euro-3 und Euro-4-Diesel. Marktführer HJS und Twintec produzieren sie für rund 500 gängige Modelle. Preise: zwischen 600 und 1000 Euro.

Was ist mit Euro-2-Autos?

Abgasspezialist Oberland Mangold verspricht für die nächsten Monate einen Partikel-Kat für Euro-2-Diesel von Audi, BMW, Ford, Skoda, Seat und VW, dessen Einbau mit 330 Euro und der gelben Plakette belohnt wird. Kosten: ab 450 Euro.

Und wie reinigen die Filter?

Ohne Eingriff in die Motorelektronik. In den so genannten offenen Systemen bleiben die kleinen Krebs erregenden Partikel in einem Sintermetallvlies hängen und verbrennen durch Oxidation mit Stickstoffdioxid bei 200 Grad Celsius. Um mindestens 30 Prozent müssen die Entgifter den Partikelausstoß reduzieren – das schaffen alle locker. Der Einbau macht allerdings nur bei Autos Sinn, deren Serien-Kat nicht älter als fünf Jahre ist oder nicht länger als 80.000 Kilometer verbaut war. Sonst wird ein neuer fällig.

Dann sind Diesel mit Euro-1-Norm und schlechter die absoluten Verlierer?

Auch die haben eine Chance, können mit einem Katalysator aufgepeppt werden. Der Mini-Kat von Oberland Mangold hievt beispielsweise Stinker in die Euro-2-Norm und garantiert eine rote Plakette. Der Saubermann ab 180 Euro wird zwar nicht gefördert, reduziert den Steuersatz aber.

Wie bekomme ich die Steuerermäßigung?

Anhand der von der Werkstatt ausgefüllten Abnahmebescheinigung trägt die Zulassungsstelle die neue Euro-Norm nach Kat-Einbau oder die Partikel-Minderungsstufe (PM) nach Filter-Einbau in den Fahrzeugschein ein. Die Änderung wird dann an das Finanzamt gemeldet.

Was besagen die PM-Stufen?

Sie sind Grundlage für die steuerliche Förderung und Plakettenfarbe. Mit Filter nachgerüstete Diesel entsprechen stets einer bestimmten PM-Stufe, die für die Einstufung verbindlich ist. Beispiel: Euro-2-Autos mit Filter bekommen PM1 (50mg Feinstauv/km), Euro-4-Diesel die PM2 (25mg/km). An der Euro-Norm ändert sich nichts.

Wo gibt es die Feinstaub-Plaketten?

Bei den Zulassungsstellen, den technischen Überwachungsvereinen und in allen für die Abgasuntersuchung zugelassenen Werkstätten. Ab fünf Euro sind Sie dabei.

Vertragen die Filter Biodiesel?

HJS und Twintec sagen für ihre Produkte ja. Vorausgesetzt, das nachzurüstende Auto hat schon die Biodiesel-Freigabe.

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Gelesen: 23278 · heute: 15 · zuletzt: 26. July 2014

Autor: admin
Datum: Freitag, 18. April 2008 13:01
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Ein Kommentar

  1. 1

    Tja, speziell Oberland-Mangold hat sich wohl eher versprochen. Für die Diesel der E36 Reihe wurde das “in Vorbereitung” kommentarlos entfernt.
    Schade.

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