Bio-Sprit und der Ärger geht weiter

Erneut engagiert sich die Politik für den stärkeren Einsatz von Bio-Kraftstoff. Aktuell geht es darum, dass der Anteil von Bio-Diesel im Dieselkraftstoff von fünf auf sieben Prozent erhöht werden soll. Die Initiative firmiert unter dem Kürzel B7. Da erinnert man sich an die unlängst gescheiterte Aktion E10. Dahinter verbarg sich die Absicht, den Bio-Ethanol-Anteil im Benzin von fünf auf zehn Prozent zu erhöhen. Da sich aber herausstellte, dass etwa 3,5 Millionen Autos mit Ottomotor einen solchen Anteil an Agrarsprit nicht vertragen, musste Bundesumweltminister Sigmar Gabriel das Projekt E10 abblasen. Nun sind die Diesel Ziel der Bio-Offensive. Bei B7 gibt es ja diese Probleme nicht, hatte Gabriel nach der Pleite mit E10 erklärt. Aber so problemlos wie der Umweltminister meint, ist die Beimischung von noch mehr Agrardiesel keineswegs. So waren bis vor wenigen Tagen vor allem noch zwei kritische Punkte nicht geklärt.

1. Die Oxidationsstabilität

Hier geht es um die Frage, wie die Qualität des Bio-Diesels durch den Kontakt mit Sauerstoff beeinflusst wird.

2. Die Motorölverdünnung

Dahinter verbirgt sich der Umstand, dass Bio-Diesel, der in das Motoröl gelangt, im Prinzip darin verbleibt und das Öl verdünnt. Denn: Während sich mineralischer Diesel bei normaler Motortemperatur aus dem öl verflüchtigt, ist das bei dem Agraröl wegen des deutlich höheren Siedepunktes nicht der Fall.

Das Problem der Oxidationsstabilität wurde dieser Tage gelöst, weil Autohersteller und Experten der Ölindustrie sowie des ADAC noch rechtzeitig eine Verschärfung des entsprechenden Normen für Biosprit im Kraftstoffqualitätsgesetz durchsetzen konnten.

Auf das Phänomen der Ölverdünnung gibt es hingegen keine befriedigende Antwort. Die Autohersteller erklären zwar, dass es bei der Einhaltung der vorgeschriebenen Ölwechselintervalle keine Probleme geben dürfte, dennoch bleiben Fragen offen. Zum Beispiel fehlen Langzeiterfahrungen.

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Autor: admin
Datum: Mittwoch, 4. Juni 2008 13:24
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