Geblitzt – Anhörung – Ermittlung – Bussgeldbescheid – Einspruch

Erwischt
Wenn Sie geblitzt worden sind, heißt es erst mal abwarten. Großes Glück haben Sie, wenn sich die Polizei nicht innerhalb von drei Monaten bei Ihnen meldet. Dann ist die Verjährungsfrist vorüber, und Sie haben nichts mehr zu befürchten. Pech hat, wer nach der Messung angehalten hat und als Fahrer identifiziert wird. Das ist immer bei Lasermessungen der Fall.

Anhörung
Meldet sich die Bußgeldstelle aber innerhalb der drei Monate, will sie wissen, wer gefahren ist. Dazu schickt sie einen Anhörungsbogen. Wieder sind es drei Monate bis zur Verjährung. In dieser Zeit muss die Polizei den Fahrer ausfindig machen. Den Anhörungsbogen sollten sie ausfüllen. Zum Vorwurf selbst müssen Sie sich nicht äußern. Es gilt das Prinzip: Niemand muss sich selbst belasten. Sie sind lediglich verpflichtet, ihre persönlichen Daten anzugeben.

Ermittlung
Haben Sie den Anhörungsbogen zurückgeschickt, ist die Polizei wieder am Zuge. Sie versucht nun rauszufinden, wer tatsächlich hinter dem Steuer gesessen hat. Denn nur der Fahrer kann belangt werden. Hat die Behörde ein gutes Blitzfoto, werden die Ordnungshüter jetzt mit der Aufnahme in der Hand an Ihrer Haustür klingeln, Nachbarn befragen oder an Ihrem Arbeitsplatz aufkreuzen. Trifft man Sie nicht an und bleiben auch alle Ermittlungen über Monate erfolglos, können Sie Glück haben und sich in die Verjährung retten (drei Monate). Ansonsten führt nun am Bußgeldbescheid kein Weg mehr vorbei.

Bussgeldbescheid
Ist das mit Bange erwartete Schreiben da, müssen Sie innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung reagieren. Sie haben zwei Möglichkeiten: Strafe akzeptieren oder Einspruch einlegen. Reagieren Sie gar nicht, wird der Bußgeldbescheid automatisch rechtskräftig. Das heißt, Sie müssen zahlen und die anderen Konsequenzen wie Punkte oder gar Fahrverbot hinnehmen. Tipp: Handelt es sich um eine Sünde, für die nur ein Bußgeld anfällt, aber keine Punkte oder sogar Fahrverbot drohen, sparen Sie Zeit und Nerven, wenn Sie den Betrag ohne Umstände begleichen.

Einspruch
Der macht nur Sinn, wenn Sie gute Chancen haben, entlastet zu werden. Dafür braucht man sehr gute Argumente, denn in der Regel geht die Sache nun vor Gericht. Wenn Sie bis dahin keinen Rechtsanwalt eingeschaltet haben, ist es jetzt höchste Zeit: Die meisten Laien sind da hoffnungslos überfordert.

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Gelesen: 13625 · heute: 2 · zuletzt: 16. September 2014

Autor: admin
Datum: Donnerstag, 5. Juni 2008 17:55
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