Auto auf Raten – so geht´s

Wer heute von Autokauf spricht, der meint in der Regel nicht das traditionelle Geschäft: Geld auf den Tisch und Auto mitnehmen. Finanzierung und Leasing sind die beiden Wege, über die die meisten Autofahrer zu einem neuen Fahrzeug kommen. Hinter den beiden Stichworten verbirgt sich ein Erwerb auf Raten.

Gut 75 Prozent aller privaten Pkw-Neuanschaffungen laufen über Finanzierung oder Leasing. Dabei entfallen 65 Prozent auf die Autobanken der Hersteller, die im Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA) zusammengeschlossen sind. Im AKA sind 39 Automarken vertreten, die für fast alle Neuzulassungen stehen. Die weiteren zehn Prozent bis zu den genannten 75 Prozent sind Finanzierungen, die über normale Banken oder Sparkassen laufen. Somit werden nur rund 25 Prozent aller Neuwagen mit Geld bezahlt, das der Käufer oder seine spendable Großmutter auf dem Sparkonto haben. Das erklärt sich nicht nur aus finanziellen Engpässen der Autofahrer. Auch Käufer, die das Geld für den Barkauf hätten, greifen auf die Autobank zurück. Einfacher Grund: Der von den Hersteller-Banken offerierte Jahreseffektivzins ist so günstig, dass es bisweilen besser ist, seine Barmittel auf der hohen Kante zu lassen. Entweder tragen sie dort gute Zinsen oder bleiben für andere wichtige Dinge in Reserve.

Von den 33 Geldhäusern der Automobilhersteller haben zehn einen Jahreseffektivzins im Angebot, bei dem eine Null vor dem Komma steht. Bei weiteren neun ist eine eins vorn zu finden. Doch der preiswerte Kredit allein macht die Autobanken noch nicht zu einer gefragten Adresse. Für ihre Finanzierungs- und Leasing-Kunden schnüren sie immer raffiniertere Service-Pakete. In denen stecken – unterschiedlich kombiniert – zum Beispiel verlängerte Garantiezeiten, Mobilitätsgarantie. Übernahme der Haftpflicht- und Kaskoversicherung sowie der Service- und Wartungskosten. Bei Ford nennt sich solcher Service etwa Ford Flatrate, Mitsubishi lockt mit Glückwunsch-Wochen, Mercedes wirbt mit Privat-Leasing plus und Volkswagen bietet seit dem 1. September für mehrere Modelle, darunter Polo, Golf, Golf Plus und Touran, eine Economy-Paket an.

Bei derartig starken Auftritten der Autobanken scheint der Gang zur normalen Bank oder Sparkasse kaum noch eine Alternative zu sein. Für die unabhängigen Kreditinstitute sprach lange Zeit, dass man mit einem dort erlangten Kredit beim Händler als Barzahler auftreten und auf diese Weise einen großzügigen Barzahlerrabatt aushandeln könne. Da die Autobanken inzwischen auch zu großzügigeren Preisnachlässen bereit sind, muss diese Rechnung sehr viel differenzierter gesehen werden.

Klar ist, die Autobanken sind keine Wohltätigkeitsvereine. Die besonders günstigen Zinssätze sollen den Verkauf ankurbeln und die Wettbewerbspositionen der Hersteller sichern. Der Markt ist schwieriger und der Konkurrenzkampf härter geworden, da müssen sich die Geldhäuser von Alfa bis VW ständig etwas einfallen lassen. Und das tun sie auch – zur Freude der Kunden.

Verwandte Artikel


DA Direkt

Tags »

Gelesen: 2015 · heute: 2 · zuletzt: 22. February 2017

Autor: admin
Datum: Montag, 6. Oktober 2008 20:11
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Finanzierung

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben