Mit Winterreifen auf Nummer sicher

Rechtlich gesehen sind Winterreifen in Deutschland nicht Pflicht. Doch wer demnächst auf Sommerreifen unterwegs ist, geht ein hohes Risiko ein. Die einzig sichere Lösung sind Winterreifen.

Die für alle Autofahrer verbindliche Regelung, die seit dem 1. Mai 2006 in Kraft ist, steht im Paragraphen 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO). Dort heißt es ziemlich schwammig: Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage.“

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Dies ist eine sehr unbefriedigende rechtliche Regelung. Die einzig sichere Lösung für Autofahrer, die auch im Winter auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, kann nur lauten: in der kalten Jahreszeit – am besten von Ende Oktober bis mindestens Ende März – nur mit ordentlichen Winterreifen fahren.

Was heißt denn eigentlich, „an die Wetterverhältnisse anzupassen“? So erlaubt beispielsweise die StVO, bei schnee- und eisfreier Straße mit Sommerreifen zu fahren. Wer das in den Wintermonaten tut, handelt rechtlich gesehen zunächst völlig korrekt, geht jedoch ein sehr hohes Risiko ein – und zwar sowohl juristisch als auch praktisch. Denn was ist, wenn es während der Fahrt zu schneien anfängt? Da wird der eben noch als ordentlich geltende Autofahrer zum Verkehrssünder. Muss man dann anhalten und mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Reise fortsetzen? Was zählt ein Wetterbericht, der Schneefreiheit versprochen hatte? Welchen Stellenwert haben die Wetternachrichten überhaupt? Und wann gilt eine Straße als winterlich – schon bei den ersten Flocken oder erst bei geschlossener Schneedecke?

Es sind also mehr Fragen offen als geklärt. Geregelt sind auf jeden Fall die Strafen: Wird ein Autofahrer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen erwischt, zahlt er ein Verwarngeld in Höhe von mindestens 20 Euro. 40 Euro Bußgeld drohen, wenn das Auto wegen der falschen Bereifung den Verkehr behindert.

Aus Sicht des Gesetzgebers gelten auch Ganzjahresreifen als „geeignete Bereifung“. Mit diesen Gummis darf man also selbst bei Flockenfall unterwegs sein. Alle Praxiserfahrungen zeigen jedoch, dass die sogenannten Allwetterreifen kaum mehr als ein fauler Kompromiss sind. Das wissen natürlich auch die Kaskoversicherer, und die werden sehr kritisch hinschauen, ehe sie zahlen.

Bleibt abschließend noch einmal der dringende Hinweis: In der kalten Jahreszeit sind echte Winterreifen unabdingbar, denn sie bieten Ihnen größtmögliche Sicherheit – sowohl praktisch als auch rechtlich.

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Gelesen: 2188 · heute: 2 · zuletzt: 22. June 2017

Autor: admin
Datum: Dienstag, 21. Oktober 2008 17:51
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