Rechtsschutzversicherung – Recht haben und Recht bekommen

Bei Unfällen, Ärger mit Bußgeldstellen oder nach dem Autokauf braucht man oft Anwaltlichen Beistand. Die Rechtsschutzversicherung hält die Kosten in Grenzen.

Infolge von Verkehrsdelikten und vor allem nach Unfällen kann es zu einem teuren Nachspiel kommen. Nicht selten geht es dabei um Streitwerte von 20.000 Euro, was unterm Strich Kosten von 5.000 Euro verursachen kann. Rechtsschutzversicherte tragen dieses Risiko nicht. Ein Rechtsstreit geht auch dann nicht ins Geld, wenn der Betroffene am Ende nicht recht bekommen sollte. Die Versicherung trägt in den meisten Fällen alle anfallenden Kosten wie Anwaltsgebühren und Gerichtskosten. Sie zahlt auch unter Umständen notwendige Gutachten von  Sachverständigen, etwa um die Beweislage im Zwist um Geschwindigkeitsmessungen zu verbessern.

Finanzielle Hilfe gibt es außerdem, wenn es um Schmerzensgeld geht oder bei juristischen Streitikgeiten mit Autowerkstätten, Autohäusern oder Leasingfirmen. Auch für die Verteidigung in Strafverfahren gibt es Rechtsschutz – dieser wird allerdings in jenen Fällen verwehrt, in denen die Straftat vorsätzlich begangen wurde. Lässt sich der Versicherte durch einen Anwalt vertreten, weil er absichtlich die rote Ampel übersehen hat, greift der Rechtsschutz trotzdem: Ampeldelikte sind keine Straftaten, sondern Ordnungswidrigkeiten.

Verkehrsrechtsschutz gibt es im Paket mit anderen Sparten wie etwa Miet- und Arbeitsrechtsschutz oder einzeln. Beim reinen Verkehrsrechtsschutz kann zwischen drei Varianten gewählt werden. Sie unterscheiden sich vor allem dadurch, wer und was von der Police abgedeckt ist und natürlich auch über den Preis. Wer mit spitzem Stift kalkuliert, der fährt mit einer Selbstbeteiligung am besten. Die juristische Beratung z.B. wegen einer Bußgeldsache nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung geht dann auf eigene Rechnung, doch bei kleinerem Ärger ist es ohnehin besser, die Angelegenheit ohne Versicherung zu klären. Wer nach deren Ansicht zu viele Schäden meldet, riskiert den Rausschmiss und tut sich möglicherweise auch schwer, einen neuen Vertrag zu finden. Manche Versicherer verzichten auf die Selbstbeteiligung, falls sich das Problem schon nach der ersten Beratung geklärt hat. Andere Gesellschaften bieten Schadenfreiheitsrabatt: Sie senken den Selbstbeteiligung oder verzichten darauf.

Das Rundum-sorglos-Paket für die Familie ist ab knapp 61 Euro pro Jahr zu haben. Der Einstiegspreis für Verkehrsrechtsschutzversicherung für ein Fahrzeug liegt bei 39 Euro, und der Rechtsschutz für den Fahrer kostet ab 29 Euro. Doch der Preis für die Police ist eine Sache, die damit verknüpften Bedingungen eine andere. So versichern einige Anbieter die Auslandsfahrt nur, wenn es sich um eine Reise in den Urlaub handelt. Andere wiederum sind großzügiger und schließen auch Auslands-Dienstreisen mit ein.

Vor der Wahl des Rechtsschutz-Anbieters ist wichtig: Wer seinen Wagen gekauft oder geleast hat und nun Ärger wegen Mängeln oder Fallstricken in den Klauseln befürchtet, hat bei vielen Versicherungen nur dann sofortigen Schutz, wenn es sich um einen Neuwagen handelt. Andere Versicherer unterstützen auch bei einem Gebrauchtwagenkauf ohne Wartezeit ein. Sofern das Auto vor Abschluss der Police gekauft wurde, drücken sich manche Gesellschaften um die Kostenübernahme. Und zwar in jenen Fällen, in denen erst später Schwachstellen am Fahrzeug zutage treten und ein Streit mit dem Autohaus auszufechten ist. Als Argument dient, der Mangel habe bereits beim Kauf bestanden. Für andere Gesellschaften ist nicht der Zeitpunkt von Kauf oder Leasing ausschlaggebend, sondern wann das Problem auftritt.

Bei den meisten Versicherungen können sich die Kunden mittlerweile telefonisch beraten lassen. Den Gang zum Anwalt kann dies meist nicht ersetzen, weil die Probleme häufig zu vielschichtig sind, um am Telefon abgehandelt zu werden. Der Versicherungsnehmer hat das Recht, einen Anwalt seines Vertrauens und der eigenen Wahl zu beauftragen.

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Autor: admin
Datum: Samstag, 7. November 2009 18:45
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