Beitrags-Archiv für die Kategory 'Umwelt'

Diesel sind die Verlierer der Umweltdebatte

Freitag, 18. April 2008 13:01

Das stinkt Diesel-Besitzern gewaltig: Autos mit Euro-1-Norm und schlechter sind von künftgen Umweltzonen ausgesperrt. Außerdem: Für sie und selbst für Diesel mit Plakette, aber ohne Rußpartikelfilter wird voraussichtlich ab 1. April 2007 eine Strafsteuer von 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum fällig. Aus der Misere helfen Katalysatoren und Partikelfilter. Das sollten Sie über Technik und Förderung wissen.

Lohnt die Nachrüstung mit Filter?

Zunächst einmal: Autos mit Partikelflter sind von der Strafsteuer befreit. So sparen Besitzer von Zweiliter-Fahrzeugen in vier Jahren 96 Euro. Außerdem wird die Nachrüstung – auch rückwirkend für Einbauten seit Januar 2006 – einmalig mit 330 Euro gefördert. Nach wichtiger: Schließlich bekommen saubere Autos in der Regel die grüne und damit beste Feinstaub-Plakette, mit der sie in alle Umweltzonen rollen dürfen. Und wer seinen Diesel irgendwann verkauft, kann aufgrund der Wertsteigerung etliche hundert Euro gewinnen. Natürlich muss jeder erst mal mit Kosten rechnen.

Welche Diesel sind nachrüstbar?

Bislang gibt es die Filter vorwiegend für Euro-3 und Euro-4-Diesel. Marktführer HJS und Twintec produzieren sie für rund 500 gängige Modelle. Preise: zwischen 600 und 1000 Euro.

Was ist mit Euro-2-Autos?

Abgasspezialist Oberland Mangold verspricht für die nächsten Monate einen Partikel-Kat für Euro-2-Diesel von Audi, BMW, Ford, Skoda, Seat und VW, dessen Einbau mit 330 Euro und der gelben Plakette belohnt wird. Kosten: ab 450 Euro.

Und wie reinigen die Filter?

Ohne Eingriff in die Motorelektronik. In den so genannten offenen Systemen bleiben die kleinen Krebs erregenden Partikel in einem Sintermetallvlies hängen und verbrennen durch Oxidation mit Stickstoffdioxid bei 200 Grad Celsius. Um mindestens 30 Prozent müssen die Entgifter den Partikelausstoß reduzieren – das schaffen alle locker. Der Einbau macht allerdings nur bei Autos Sinn, deren Serien-Kat nicht älter als fünf Jahre ist oder nicht länger als 80.000 Kilometer verbaut war. Sonst wird ein neuer fällig.

Dann sind Diesel mit Euro-1-Norm und schlechter die absoluten Verlierer?

Auch die haben eine Chance, können mit einem Katalysator aufgepeppt werden. Der Mini-Kat von Oberland Mangold hievt beispielsweise Stinker in die Euro-2-Norm und garantiert eine rote Plakette. Der Saubermann ab 180 Euro wird zwar nicht gefördert, reduziert den Steuersatz aber.

Wie bekomme ich die Steuerermäßigung?

Anhand der von der Werkstatt ausgefüllten Abnahmebescheinigung trägt die Zulassungsstelle die neue Euro-Norm nach Kat-Einbau oder die Partikel-Minderungsstufe (PM) nach Filter-Einbau in den Fahrzeugschein ein. Die Änderung wird dann an das Finanzamt gemeldet.

Was besagen die PM-Stufen?

Sie sind Grundlage für die steuerliche Förderung und Plakettenfarbe. Mit Filter nachgerüstete Diesel entsprechen stets einer bestimmten PM-Stufe, die für die Einstufung verbindlich ist. Beispiel: Euro-2-Autos mit Filter bekommen PM1 (50mg Feinstauv/km), Euro-4-Diesel die PM2 (25mg/km). An der Euro-Norm ändert sich nichts.

Wo gibt es die Feinstaub-Plaketten?

Bei den Zulassungsstellen, den technischen Überwachungsvereinen und in allen für die Abgasuntersuchung zugelassenen Werkstätten. Ab fünf Euro sind Sie dabei.

Vertragen die Filter Biodiesel?

HJS und Twintec sagen für ihre Produkte ja. Vorausgesetzt, das nachzurüstende Auto hat schon die Biodiesel-Freigabe.

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Erd- und Autogas sind preisgünstige Alternativen zu Benzin und Diesel

Samstag, 12. April 2008 16:12

Wie unterscheiden sich die Gasarten, welche Autos können damit fahren, und was ist noch zu beachten?

Erdgas – auch als Compressed Natural Gas (CNG) bekannt – ist wie Erdöl ein Naturprodukt, das hauptsächlich aus Methan besteht. Abhängig von dessen Gehalt unterscheidet man L-Gas (79,8 bis 87,0) Prozent Methan) und H-Gas (87,1 bis 99,1 Prozent Methan). Laut Experten reicht dieser fossile Brennstoff noch für rund 160 Jahre.

Um Erdgas effektiv zu verbrennen, müssen die Motoren entsprechend modifiziert werden. Deshalb geht der Trend eindeutig zu CNG-optimierten Serienmodellen “ab Werk”. Doch das Angebot ist noch gering. Hersteller wie Volvo – vor Jahren mit mehreren Erdgasautos am Start – sind momentan nicht dabei. Andere wie Audi haben ein fertiges Gasauto “in der Schublade”, zögern aber, es auf den Markt zu bringen.

Nach rund 150 km ist bei den meisten Schluss. Das will VW ändern: Der Ende 2008 startende Passat TSI EcoFuel soll mit einer Füllung knapp 400 Kilometer schaffen. Noch aus einem weiteren Grund dürfte er ein (Gas-) Renner werden: Sein doppelt aufgeladener 1,4-Liter-Vierzylinder leistet stolze 150 PS und stemmt schon ab 1500 Touren 220 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Das verspricht Fahrspaß ohne Reue beim Tanken. Übrigens: Viele der örtlichen Gasversorger subventionieren die Anschaffung von neuen Erdgas-Autos.

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Freie Fahrt in Umweltzonen

Dienstag, 8. April 2008 13:33

Sieben wichtige Tips, damit die Fahrt in die Sperrgebiete nicht zum Ärgernis wird. Alles rund um die Plaketten und die Autos mit fehlerhaften Filtern

Wer darf in die Zone?

Alle Autos, die mit der dort konkret geforderten Umweltplakette versehen sind. Jede Stadt legt für sich fest, wem sie Zufahrt gewährt. Ausgewiesen ist das am Eingang des jeweiligen Sperrgebietes. Zurzeit reicht für fast alle bestehenden Umweltzonen der rote Aufkleber. Nur Dortmund verlangt mindestens die gelbe Plakette.

Was passiert Sündern?

Wer ohne die verlangte Kennzeichnung in eine Umweltzone fährt, wird mit 40 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft. Belangt werden kann nur der Fahrer. Unklar ist, was in Fällen passiert, in denen das Sünderfahrzeug geparkt vorgefunden wurde und der Fahrer nicht feststeht. Dazu gibt es bereits schwebende Gerichtsverfahren, deren Ausgang Klarheit bringen soll. Sicher ist aber, dass es auch für Reisende keine Gnade gibt.

Was machen Besucher?

Da zurzeit erst zwölf Umweltzonen existieren und in den nächsten neun Monaten nur fünf weitere dazukommen, sind viele Autofahrer noch nicht von der Plakettenpflicht betroffen. Denn wer in keine Zone muss, braucht keine Plakette. Doch wer eine Reise plant, sollte sich unbedingt vorher darüber informieren, ob auf der Route plakettenpflichtige Städte liegen.

Wo gibt es die Marken?

Bei den Zulassungsbezirken und den Prüfstellen für die Abgasuntersuchung, aber auch in Werkstätten, die mit den technischen Überwachungsvereinen kooperieren. Autofahrer mit Reiseabsichten, in deren heimatlicher Region weit und breit keine Umweltzone existiert, sollten sich rechtzeitig um den Aufkleber bemühen. Es könnte sein, dass die dortigen Ausgabestellen ihn nicht immer vorrätig haben. Natürlich kann man die Plakette auch am Zielort erwerben. Dabei nicht vergessen: An den Wochenenden läuft in der Regel gar nichts. Die Plaketten sind bundeseinheitlich die gleichen und kosten überall zwischen fünf und zehn Euro.

Und was tun Ausländer?

Für die gelten die gleichen Regeln wie für deutsche Touristen. Wenn zum Beispiel Italiener zum Oktoberfest nach München wollen, wo die Innenstadt zum 1. Oktober 2008 zur Umweltzone wird, müssen sie sich irgendwie auf dem Weg von der österreichisch-deutschen Grenze zur bayrischen Landeshauptstadt einen Aufkleber besorgen.

Was ist mit Ausnahmen?

Die sind abhängig von den Festlegungen der Städte. Wer wann und zu welchem Preis Ausnahmen erteilt, ist von Stadt zu Stadt verschieden. Sehr erfreulich: Bundesweit dürfen alle Oldtimer, die ein H-Kennzeichen oder eine 07er-Nummer tragen, ohne Plakette in die Zonen gelassen.

Und die Mogel-Filter?

Bekanntlich wurden rund 40.000 Fahrzeuge mit einem Filter nachgerüstet, das sich nachträglich als nicht funktionstüchtig entpuppt hat. Dabei handelt es sich um Produkte der Hersteller GAT, Bosal und Tenneco. Gute Nachricht für die betroffenen Autofahrer: Die im Zusammenhang mit der Nachrüstung erteilten Plaketten sind vorerst gültig. Wer ein solch fehlerhaft ausgestattetes Auto fährt, muss also zunächst keine Strafen befürchten und verliert auch nicht den Kfz-Steuervorteil, der mit der Nachrüstung verbunden ist. Aber: Man muss sich um den Austausch kümmern, zu dem die Werkstätten auf der Grundlage der Sachmängelprüfung verpflichtet sind. Sobald die Werkstätten über funktionierende Filter verfügen, muss der Betroffene für den Austausch sorgen, sonst kann es soch noch Ärger geben. Da die Frist der Sachmängelprüfung ein Jahr nach der Montage der Mogelfilter ausläuft, sollte man sich von der Werkstatt schriftlich zusichern lassen, dass der Wechsel auch später erfolgt, nämlich dann, wenn die Austauschstelle zur Verfügung stehen. Wer heute nachrüsten will, kann dies ohne Sorge tun. Experten erklären übereinstimmend, dass das Problem überwunden ist.

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